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Johann Ulrich König, Vollständige Beschreibung aller Solennitäten bey dem hohen Königlichen Sicilianischen Vermählungs=Feste, welches im May=Monat des Jahres 1738.  an dem Königl. Pohln. und Churfürstl. Sächsischen Hofe zu Dreßden in Vollmacht prächtigst vollzogen worden. (Vollst. Quelle siehe FN 1)

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© König 1739, S. 210-11

Transkription

"Mit offentlich-ausgebrochenen Liebes=Thränen" - Emotionen in frühneuzeitlichen Festbeschreibungen

© Kupferstich-Kabinett, SKD

von Helen Watanabe-O'Kelly

Die "Vollständige Beschreibung aller Solennitäten bey dem hohen Königlichen Sicilianischen Vermählungs=Feste"[1] von Johann Ulrich König aus dem Jahr 1738 dokumentiert die einwöchigen Festlichkeiten, die im Mai 1738 in Dresden anlässlich der Hochzeit der 13jährigen Maria Amalia von Sachsen (1724-1760) mit dem Bourbonen Carlo VII., König Beider Sizilien (1716-1788), stattfanden. Da Amalias Großvater, August der Starke (1670-1733), 1697 zum katholischen Glauben übertrat um als August II. zum König von Polen gewählt zu werden, konnten seine Nachfahren in die katholischen Dynastien Europas einheiraten. Sein Sohn, Maria Amalias Vater, August III., König von Polen (Friedrich August II., Kurfürst von Sachsen, 1696-1763), heiratete die Habsburger Prinzessin Maria Josepha (1699-1657), zwei ihrer Kinder heirateten Wittelsbacher, und zwei andere – darunter Maria Amalia – heirateten Bourbonen. Durch ihre Vermählung mit Carlo, dem Sohn Philips V. von Spanien und seiner zweiten Ehefrau, Elisabetta Farnese, war Maria Amalia die erste Frau ihrer Familie, die einen regierenden König heiratete. 1759 bestieg Carlo als Karl III. den spanischen Thron und Maria Amalia wurde in ihrem letzten Lebensjahr Königin von Spanien. Die Eheschließung war eine sogenannte per procura Vermählung, bei der Maria Amalias älterer Bruder Friedrich Christian an der Stelle des Bräutigams stand.

Der Autor des Berichtes Johann Ulrich König (1688-1744) war seit 1719 Hofdichter, Librettist und Zeremonienmeister am Dresdner Hof. Der Text selbst gehört zur hochentwickelten und weit verbreiteten Gattung der Festbeschreibung, die ab ca. 1550 ein wichtiges Element der fürstlichen, städtischen und religiösen Festlichkeiten in ganz Europa wurde.[2] Obgleich die Festbeschreibungen viele Funktionen haben, die weit über die einfache Darstellung der Festlichkeiten hinausgehen, bleibt die Beschreibung ihr wichtigster Zweck. Wie der von König gewählte Titel zeigt, soll der Leser von ihrer Vollständigkeit und Korrektheit überzeugt werden.

Es müssen zwei Elemente der Festlichkeit erfasst werden: Zum einen die Zeremonie,  das Kernstück der Krönung, Taufe oder Hochzeit, und zum anderen der festliche Rahmen mit Turnieren, Opern, Ballettaufführungen und Feuerwerk. Zeremonien sind feste Rituale, während die anderen theatralischen Vorstellungen je nach verfügbaren Mitteln unterschiedlich ausfallen konnten. Mit der Darstellung des Rahmenprogramms wurde die Kultiviertheit des ausrichtenden Hofes unterstrichen. Die Zeremonie wurde dokumentiert, um zu bestätigen, dass die festgelegten Rituale korrekt durchgeführt wurden und damit gültig und bindend sind. Es wurde aufgelistet, wer stand und wer saß, wer auf wen zuging, wer in wessen Gegenwart eine Kopfbedeckung trug, wer sich vor wem verbeugte, wer welchen Raum zuerst betrat und wer was sagte. Johann Ulrich König als Zeremonienmeister war hier noch akribischer in der Detailbeschreibung als üblich, da er auch für die Organisation der Hochzeit verantwortlich zeichnete. In seinem Bericht über die sieben Tage dauernden Festlichkeiten vom Mittwoch, den 7. Mai bis zum Dienstag, den 13. Mai 1738, an denen es durchgehend regnete und stürmte, zeichnete König detailliert die feierliche Ankunft des spanischen Botschafters Graf Fuenclara auf, seine offizielle Audienz bei August III., in der er für Carlo um die Hand von Maria Amalia anhielt, die Illumination der Stadt, die eigentliche Hochzeitszeremonie, das Hochzeitsbankett und den "Fackeltanz"[3], das Turnier, die Italienische Oper und die in Pillnitz außerhalb Dresdens aufgeführte Italienische Komödie mit dem anschließenden Feuerwerk.

An verschiedenen Stellen seines Berichts unterbricht König die Beschreibung der Ereignisse um auf Emotionen bei dieser Vermählung hinzuweisen. Nach dem Schlüsselmoment der Hochzeitszeremonie sagt er beispielsweise: "Solches alles überhaupt erweckte so wohl unter diesen hohen Königlichen Eltern und Kindern, als auch bey den Umstehenden, die allerzärtlichste Gemüths=Bewegungen." (58)

König kann zwar nicht von der Liebe zwischen dem Hochzeitspaar sprechen, da sich Maria Amalia und Carlo bisher nie begegnet sind und sich erst kennen lernen werden, wenn Maria Amalia in zwei Wochen an der Grenze des Königreiches ihres Mann eintreffen wird. Emotionen rücken aber in dem Moment in das Zentrum der Aufmerksamkeit, als sich Maria Amalia von ihren Eltern und den meisten ihrer Geschwister verabschieden muss, wohl wissend, dass sie weder ihre Familie noch ihre Geburtsstadt jemals wieder sehen wird. König bereitet seine Leser auf diesen Moment vor, in dem er den Abschied folgendermaßen beschreibt: "Der zum Aufbruch bestimmte Tag, welchen die wenigsten ohne Hertzklopfen und innerliche Betrübniß erblickten." (149) Weiterhin berichtet er: "Die meisten beklagten diese Trennung mit offentlich[sic]-ausgebrochenen Liebes=Thränen." (187)

Bei der Beschreibung des eigentlichen Abschiedes widmete König nicht weniger als sieben Seiten (201-217) dem Schmerz der dreizehnjährigen Prinzessin und ihrer Eltern, der sich sichtbar durch verschiedene körperliche Anzeichen ausdrückte. Maria Amalias "zärtliche aufwallende Regungen des Geblütes" (210) führten zu einem "Ausbruch der mit Gewalt hervor gedrungenen Thränen, welchen, bey nunmehr herankommendem Scheiden, diese beyde dadurch am allerempfindlichsten gekränckte Königinnen,[4] nicht länger zu wiederstehen vermochten."(210)

Natürlich versuchten sie ihre Emotionen "mit einer großmüthigen Standhafftigkeit" (210) zu kontrollieren, was noch größeres Mitleid bei den Anwesenden erzeugte, "da Sie den heimlichen Kummer dermassen zu verbergen wusten, daß man kaum, an ihren in etwas errötheten Augen, einiges äusserliche Merckzeichen der innerlichen Hertzens=Beklemmung gewahr werden konnte." (211)

In einer außergewöhnlichen Passage, steigert König noch das Mitleid des Lesers, in dem er betont, dass diese sehr junge Frau auf dem Altar der dynastischen Pflicht geopfert werde:

[Man] sahe . . . diese junge Königin, mit der allerwohlanständigsten Gelassenheit, in ihrer annoch zarten Unschuld, als eine andre Iphigenie, zum Tempel gehen; nachdem die Zeit nunmehr herzu eilete: da Sie, nebst der ihr angebohrnen Eltern= und Vaterlands=Liebe, selbst auch ihre eigene Person dem Heil des Staats, dem Willen ihrer allerdurchlauchtigsten Eltern, und dem Ausspruche der göttlichen Schickung, durch eine schmertzliche Trennung, großmüthigst aufzuopffern, entschlossen war. (211)

Auch auf den folgenden fünf Seiten fährt König in dieser Art fort. Die Hofdamen vergießen Tränen (212) genauso wie Maria Amalia (213) und die Augen der Herren, denen es nicht erlaubt war Spalier zu stehen, als Maria Amalia aufbrach, um sie nicht noch trauriger zu machen, waren feucht. (214) Sobald Maria Amalia ihre Reise nach Italien begonnen hatte, eilten ihre Eltern auf einer anderen Straße zu ihrem ersten Haltepunkt, um sie zu überraschen und sie ein letztes Mal zu sehen, während Maria Amalia dachte, sie sähe sie nie wieder. Und dann umarmten sie sich wirklich ein allerletztes Mal:

Bey dieser Umarmung hielten die drey schmerzlichst=gerührte Königliche Personen sich unter einander so viel zärtlicher umschlossen als es, menschlichem Ansehen nach, das allerletzte mahl seyn dürffte; weßwegen Sie sich auch endlich, nicht sonder innerlich=erlittenen Zwang, wieder von einander losreissen musten. (216-7)

König endet auf einer positiven Note, als er diese Hochzeit mit der der Habsburger Prinzessin Maria Anna, der zweiten Frau Philip IV. von Spanien, im Jahre 1650 vergleicht. Anders als Maria Anna, die mit "einem bereits kräncklichen Wittwer" (228) verheiratet wurde, ist Maria Amalia wenigstens "mit einem jungen feurigen Monarchen" (228) vermählt, so dass gewiss viele männliche Nachkommen erwartet werden können.[5]

Diese sehr bewegenden Beschreibungen von Emotionen zeigten dem Leser, dass die Höchsten des Landes normale menschliche Gefühle hatten, wenn sie ein junges Kind für immer in eine unsichere Welt schicken mussten. Die königliche Familie kontrollierte sich nicht auf eine krampfhafte und künstliche Art und Weise,  sondern zeigte eine natürliche Wärme, die sie beim Volk und bei Hofe beliebt machen sollte. Dies kommt möglichen Kritikern zuvor, die annehmen, dass die königliche Familie "Masken trüge … unauthentisch und unehrlich" sei und "ihre wahren Gefühle hinter einer unechten Fassade" verbarg.[6] Der zeitgenössische Theoretiker der Zeremoniellwissenschaft Julius Bernard von Rohr bemühte sich zu zeigen, dass das höfische Zeremoniell von Gefühlen von "Liebe und Devotion" (726) getragen werden müssen, die – und das ist der Schlüsselpunkt – die Untertanen ehrlich und spontan für ihren Monarch empfinden. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass Untertanen in ihrem König jemanden sehen müssen, der seinerseits auch fähig ist zu empfinden.[7] "Das Emotionstheater des Festes beruht ... auf Gegenseitigkeit", fasst dies Thomas Rahn zusammen.[8]

Andere Berichte über königliche Hochzeiten im 18. Jahrhundert stellten ähnliche Trauerbekundungen beim Verabschieden der Braut dar. In seiner Analyse von Eheschließungen der Hohenzollern zwischen 1640 und 1918 diskutiert Daniel Schönpflug "Abschiedsrituale" und führt als Beispiel eine öffentliche Zurschaustellung starker Trauer an, die 1744 in einem Theater in Berlin stattfand.[9] Prinzessin Luise Ulrike (1720-1782), die Schwester Friedrich II., war soeben mit Kronprinz Adolf Frederik von Schweden (1710-1771) per procura vermählt worden und war gerade im Begriff, in ihre neue Heimat nach Stockholm abzureisen, als Prinz August Ferdinand, der Bruder des Königs die königliche Loge betrat, Luise Ulrike um den Hals fiel und in Tränen ausbrach. Sie begann zu schluchzen und hielt ihren Bruder im Arm, woraufhin die anwesende königliche Familie ebenfalls zu weinen begann.

Es wäre einfach zu schlussfolgern, dass diese Zurschaustellung von Trauer zur neuen und für das 18. Jahrhundert charakteristischen Kultur der Empfindsamkeit gehört. Das ist hier nicht der Fall. Die Trennung der Braut von ihrer Herkunftsfamilie und das damit einhergehende Leid waren seit Jahrhunderten Teil der Choreografie dynastischer Eheschließungen. In seinem Bericht über die Hochzeit von Eleonora Gonzaga (1598-1655) mit Kaiser Ferdinand II. (1578-1637) 1622 in Innsbruck beschreibt Gabriele Bertazzolo die Trauer der Zuschauer und das Leid von Eleonora im Moment des Abschieds von ihrer Mutter, die nach Mantua heimfährt.[10] Eleonora wäre in Tränen ausgebrochen, berichtet der Autor, hätte der Kaiser sie nicht gebeten, ihm zuliebe ihre Gefühle zu kontrollieren. Auch die Trauer von James I. von England und VI. von Schottland und seiner Königin Anna von Dänemark als der Pfälzer Kurfürst Friedrich V. (1596-1632) ihre Tochter Elizabeth (1596-1662) nach der Hochzeit 1613 in London mit nach Heidelberg nahm, ist dokumentiert. Eine Trauer, so wird berichtet, die nur allzu verständlich war, da der älteste Sohn, Prinz Henry, gerade gestorben war.[11]

Der Bericht über die Hochzeit von Willem van Oranje-Nassau (1533-1584) mit Anna (1544-1577), der Tochter von Moritz, Kurfürst von Sachsen, geht noch mehr ins Detail:

Da nun ein endt hett solche freydt
Wolt der Breutgam von dannen scheidt
Und widerziehen in sein landt
...
Und da es an ein scheiden gieng
Gros trawrigkeit sich do anfieng
Das frewlen in eim Wagen fuhr
Von hertzen sie gantz trawrig wur
Bedecktt ir zartes antlitz gar
Welchs von zehren gar feuchte war
Das sie solt von irm Vettern scheidt
Dasselbt war jr von Hertzen leidt
Der ir so viel gutz hat gethan
Den solt und must sie itzt verlahn
Und ziehen in ein frömbdes Landt
Darin sie noch war unbekandt
Ir Vetter auch Hertzog August
Der sie auch do verlassen must
War seiner Gnaden auch ein pein
...
Also er sie hinfaren lies
Gottes Segen über sie sprach
Zurück er offt hinter sich sach[12]
O Scheiden ist ein grosser pein[13]

Zeitgenössische Leser wussten, dass Anna ein Einzelkind war, ihren Vater im Alter von neun Jahren und ihre Mutter zwei Jahre später verloren hatte und von ihrem Onkel August, Kurfürst von Sachsen, aufgezogen wurde. Der erneute Verlust einer Vaterfigur brachte Anna zusätzliches Leid.[14]

Das Ausmaß, denen Emotionen in diesen Festbeschreibungen Raum gegeben wird, bedarf noch weiterer Analyse. Festbeschreibungen sind letztlich Bestandteile der offiziellen Geschichtsschreibung des Hofes. Sie berichten meist in einem nüchternen, sachlichen Stil und interpretieren für die Nachwelt ein bedeutsames dynastisches Ereignis. Ihre Berichte wurden an andere Höfe verteilt. Warum wird das Leid einer Braut und ihrer Familie während eines angeblich so fröhlichen Anlasses in einem solchen Text geschildert?  

Meine Hypothese lautet: Die Rolle der Gemahlin bestand unter anderem darin, für das Emotionsleben ihrer Untertanen ein Referenzpunkt zu sein. Neben ihrer Verpflichtung, Kinder zu gebären und Frömmigkeit und Wohltätigkeit sichtbar zu praktizieren, musste die "Landesmutter" auch die "Leidensmutter" verkörpern. Dies begann mit dem – in Königs Worten –  "Iphigenia-gleichen" Opfer ihrer selbst an ihrem Hochzeitstag, gefolgt von ihrem Exil. Es setzte sich fort in der Trauer über ihre gestorbenen Kinder; einer Trauer, von der nur wenige frühneuzeitliche Fürstinnen verschont blieben und die sie mit ihren weiblichen Untertanen verband. Diese öffentliche Zurschaustellung des Leidens, verbreitet durch die Massenmedien vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, kann exemplarisch auch bei Luise, Königin von Preußen (1776-1810), und bei Diana, Prinzessin von Wales (1961-1997), beobachtet werden und die starken Reaktionen ihrer Untertanen auf ihren Tod zum Teil erklären.

[1] Johann Ulrich König, Vollständige Beschreibung aller Solennitäten bey dem hohen Königlichen Sicilianischen Vermählungs=Feste, welches im May=Monat des Jahres 1738.  an dem Königl. Pohln. und Churfürstl. Sächsischen Hofe zu Dreßden in Vollmacht prächtigst vollzogen worden. Auf Befehl des Hofes ausgefertiget von Johann Ulrich König, Sr. Königl. Majest. in Pohlen und Churfl. Durchl. zu Sachsen Ceremonien=Meister. Dreßden und Leipzig, Bey Friedrich Hekel, und Georg Conrad Walther, Kön. Hof=Bücher=Livranten und Hof=Buchhändlern. 1738.

[2] Siehe Helen Watanabe-O'Kelly, "The Early Modern Festival Book – Function and Form" in Europa Triumphans. Festivals and Festival Books of the Renaissance and Baroque, 2 vols,  J.R. Mulryne, Helen Watanabe-O’Kelly and Margaret Shewring, eds (London: Ashgate 2004), vol. 1, 3-17; Thomas Rahn, "Fortsetzung des Festes mit anderen Mitteln. Gattungsbeobachtungen zu hessischen Hochzeitsberichten", in Frühneuzeitliche Hofkultur in Hessen und Thüringen, Jenaer Studien Bd. 1, Jörg Jochen Berns and Detlef Ignasiak, eds (Erlangen and Jena: Palm & Enke, 1993), 233-48. Für einen Überblick über die Anzahl und Arten von europäischen Festbeschreibungen zwischen 1500 und 1800 siehe die "Early Modern Festival Books Database" der Universität Oxford: http://festivals.mml.ox.ac.uk.

[3] Ein Tanz auf Hochzeiten, bei dem Fackeln entweder vom Brautpaar selbst oder vor ihnen hergetragen werden.

[4] Maria Amalia, jetzt Königin Beider Sizilien, und ihre Mutter, die Königin von Polen.

[5] Maria Amalia gebar sechs Söhne, die aber erst nach fünf Töchtern zur Welt kamen.

[6] Ute Frevert, "Gefühle definieren: Begriffe und Debatten aus drei Jahrhunderten.“ In Gefühlswissen. Eine lexikalische Spurensuche in der Moderne, Ute Frevert, Christian Bailey, Pascal Eitler, Benno Gammerl, Bettina Hitzer, Margrit Pernau, Monique Scheer, Anne Schmidt, und Nina Verheyen (Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2011), 14.

[7] Julius Bernhard von Rohr, "Von der Ehre und Devotion, so die Unterthanen ihrem Landes=Herrn abstatten", in Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft der Grossen Herren, Berlin: bey Johann Andreas Rüdiger, 1733. Faksimile Ausgabe herausgegeben von Monika Schlechte (Weinheim: VCH 1990), 724-32. Wie Friedrich II. von Preußen bewusst diese Gefühle der Zuneigung bei seinen Untertanen weckte, untersucht Ute Frevert in ihrem Buch Gefühlspolitik. Friedrich II. Als Herr über die Herzen? (Göttingen: Wallstein 2012).

[8] Thomas Rahn, Festbeschreibung. Funktion und Topik einer Textsorte am Beispiel der Beschreibung höfischer Hochzeiten (1568-1794) (Tübingen: Niemeyer, 2007), 173.

[9] Daniel Schönpflug, Die Heiraten der Hohenzollern. Verwandtschaft, Politik und Ritual in Europa 1640-1918 (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2013), 229-30.

[10] Gabriele Bertazzolo, Breve relatione dello sposalitio Fatto della Serenissa Principessa Eleonora Gonzaga con la sacra cesarea maesta di Ferdinando II. Imperatore (Mantova per Aurelio, & Lodouico Osanna fratelli, Stampatori Ducali, 1622), 74.

[11] Beschreibung Der Reiß: Empfahun[n]g deß Ritterlichen Ordens: Vollbringung des Heyraths: vnd glücklicher Heimführung: Wie auch der ansehnlichen Einführung: gehaltener Ritterspiel vnd Frewdenfests: Des... Herrn Friederichen deß Fünften/ Pfaltzgraven bey Rhein ... Mit der ... Princessin/ Elisabethen[n]/ deß Großmechtigsten Herrn/ Herrn Iacobi deß Ersten Königs in GroßBritannien Einigen Tochter : Mit schönen Kupfferstücken gezieret (Heidelberg: Vögelin, 1613), 71.

[12] Kurfürst August und andere Adelige begleiteten Anna und Willem, als sie die Stadt verließen und kehrten dann um. 

[13] Nikolaus Prunquiel, Von dem herrlichen Einzug/ Hochzeit vnd freud/ des Durchleuchtigen/ Hochgebornen Fürsten vnd Herrn/ Herrn Wilhelmen Printz zu Vranien [et]c. Vnd der Durchleuchtigen ... Furstin ... frewlin Anna Hertzogin zu Sachsen/ [et]c. ... Herrn Moritz (Seliger gedechtnis) ... Nachgelassenen Tochter/ Welche durch zuthun ... Herrn Augusti ... Churfürst ... Genantem Printzen von Vranie[n] vermalet ... Churf. G. zu ehren vnd vnterthenigem gefallen auffs kurtzt verfast vnd reimweis gemacht (Leipzig: Bärwald, 1561), C4 v-.D1r.

[14] Der Witwer Willem heiratete Anna nur wegen ihres Geldes. Die Ehe verlief unglücklich.

Zitierweise

Helen Watanabe-O'Kelly. "'Mit offentlich-ausgebrochenen Liebes=Thränen' - Emotionen in Frühneuzeitlichen Festbeschreibungen", in Geschichte der Gefühle - Einblicke in die Forschung, November 2014, DOI: 10.14280/08241.35