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Scham und Beschämung

© Uli Schreiterer

von Ute Frevert

Dieses Foto hat Ulrich Schreiterer am 22. Januar 2014 in Delhi aufgenommen. Zufällig war er zur Stelle, als Inderinnen und Inder, meist jugendlichen Alters, am Khan Market, einem teuren Einkaufsviertel im modernen Zentrum der Hauptstadt, demonstrierten. Da er wusste, dass ich mich professionell für Scham und Beschämung interessiere, zückte er die Kamera. Und brachte ein Flugblatt mit, das über die Hintergründe der Protestaktion informierte.

Worum ging es? Im Fokus der Demonstranten stand das gesellschaftliche Phänomen von Säureattacken, die in der Regel Frauen betreffen. Jede Woche, hieß es im Flugblatt, würde mindestens eine Frau in Südasien aus Eifersucht oder wegen finanzieller Streitigkeiten verstümmelt und gebrandmarkt. Häufig seien es abgewiesene Bewerber, die sich an der Frau rächen und sie bestrafen wollten.[1] Dagegen formierte sich 2013 die Bewegung "Stop Acid Attacks" (SAA). Mit öffentlichen Aktionen und hohem medialen Aufwand macht sie auf die Verbrechen aufmerksam.[2] Sie tut das unter dem Motto "Spot of Shame". Einer dieser Schamorte war der Khan Market, wo die 16-jährige Laxmi 2005 von einem Bekannten mit Säure überschüttet worden war.

Was hat das mit Scham und Beschämung zu tun? Die Protestkampagne sieht sie zum einen dort am Werk, wo ein verschmähter Verehrer zur Säureflasche greift. Der Mann fühlt sich von der Frau beschämt, ihr Nein greift seine Selbstachtung, seinen Stolz an. Vor Freunden und Verwandten steht er gedemütigt da, erntet womöglich Spott und Schadenfreude. Die Zurückweisung wird als Niederlage gedeutet und lässt ihn als passives Opfer erscheinen. Erst mit seinem Racheakt gewinnt er die eigene Handlungsmacht zurück und fügt nun der Frau seinerseits und in aller Öffentlichkeit Scham und Schande zu. Sie bezahlt für ihren Eigensinn, indem ihr Gesicht, ihr Körper und ihre Seele, sichtbar für alle, unwiederbringlich zerstört werden. Die Spuren der Erniedrigung lassen sich nie mehr tilgen. In diesem Zusammenhang bezieht sich "Spot of Shame" auf den Ort, an dem die Beschämung einer Frau stattgefunden hat, wo "women have been injured with a shameful intent".  

"Spot of Shame" ist zum anderen aber auch ein Ort der Beschämung jener, die dem Angriff zugeschaut haben, die ihn nicht verhindern konnten und die sich daran erinnern sollen. Das Flugblatt redet wiederum Klartext: "We need to be ashamed of letting a woman be intentionally hurt and for turning our heads away in indifference." Die konträre Haltung nimmt die Handpuppe ein, deren Augen weit geöffnet sind: Sie sieht hin und nicht weg. Und sie wird anschließend den Mund auftun und sich für eine Gesellschaft engagieren, in der "co-existence of both the genders is much more safe, dignified, and respectful". Die wirkliche Säure, so das Argument, niste in "our attitudes and culture" und zeige sich erst nach dem Angriff: "We forget, ignore, cut-off from these victims living with disfigured faces and mutilated bodies". Dafür sollten sich Menschen schämen und, aus der empfundenen Scham heraus, einen anderen Weg einschlagen: den der Empathie, Unterstützung und des Respekts für die weiblichen Opfer.

Das Plakat, das die junge Frau auf dem Foto vor ihrem Körper trägt, gibt dafür das Motto vor.  Es ist ein im Internet zirkulierendes Zitat des amerikanischen Psychiaters und Bioethikers Willard Gaylin: "Scham und Schuld sind edle Gefühle, für den Erhalt einer zivilisierten Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung und lebenswichtig dafür, dass sich einige der kultiviertesten und elegantesten Eigenschaften, die im Menschen angelegt sind, entwickeln können."[3] Sich für die soziale Schande der Säureangriffe auf Frauen zu schämen, sei demnach sowohl Bedingung als auch Ergebnis von Zivilisation und Zivilisierung. Das beschämende Verhalten einzelner Männer müsse einen gesellschaftlichen Aufschrei hervorrufen und aktive Solidarität mit den gedemütigten Frauen nach sich ziehen. Die Gesellschaft solle sich gleichsam fremdschämen für diejenigen ihrer Mitglieder, die soziale Normen mit Füßen treten und das Beschämende des eigenen Handelns nicht begreifen. Und sie solle Scham empfinden über das eigene Wegschauen. Diese doppelte Scham sei ein Ausweis moralischer Dignität und Reife. Wer sich nicht schämen könne oder wolle, dem drohe der Absturz in die Barbarei.

Auffällig an dieser Argumentation ist die ambivalente Deutung von Scham und Beschämung: Einerseits gilt Beschämung im Sinne mutwilliger, gezielter Demütigung und Erniedrigung anderer Menschen als no go, als Verstoß gegen sozialen Anstand und individuelle Würde. Ruft die Beschämung bei ihrem Opfer Scham hervor, fällt dies auf den Täter und die Gesellschaft, die ihn deckt, zurück. Andererseits wird Scham als "edles Gefühl" bezeichnet, das mit dem Grad individueller und gesellschaftlicher  Kultur zunehme. Wer sich schämen kann (für sich selber und für andere), gibt sich, so Gaylin und seine jungen indischen Anhänger, als Angehöriger einer "zivilisierten Gesellschaft" zu erkennen. Das erinnert an die Thesen des Soziologen Norbert Elias. In seinen Überlegungen zum Prozess der Zivilisation aus den 1930er Jahren behauptete er, dass sich in der neuzeitlichen Geschichte Europas immer höhere Scham- und Peinlichkeitsschwellen beobachten ließen. Die Fähigkeit und Bereitschaft, sich für etwas oder jemanden zu schämen, hätten sich deutlich intensiviert, was Elias mit dichteren sozioökonomischen "Interdependenzketten" sowie der Entwicklung eines staatlichen Gewaltmonopols erklärte. Im Schatten dieses Monopols, das mit der Abrüstung sozialer Akteure einherging, hätten Menschen gelernt, sich an (sanktionierte) Regeln zu halten und sich zu schämen, wenn sie Regelverletzungen begingen oder die Kontrolle über sich und ihren Körper verloren. Scham lässt sich in dieser Lesart als Korrektiv für soziales Fehlverhalten interpretieren. Wer keinen Anstoß an solchen Fehlleistungen bei sich und anderen nimmt, handelt schamlos und gefährdet die normative Kohäsion und soziale Integration der Gesellschaft.[4]

Elias' Überlegungen legen einer – bislang noch ungeschriebenen – Geschichte von Scham und Beschämung interessante Fährten und lassen auch das indische Beispiel in einem klareren Licht erscheinen.

  1. Die Empörung der jungen Aktivisten am Khan Market – die vermutlich aus der gebildeten Mittelschicht Delhis stammen und sich in der globalen Diskurskultur bestens auskennen – ist Teil einer Moralpolitik, die unter Hinweis auf die menschliche Würde den Schutz allgemeiner Menschenrechte fordert und darunter auch den Schutz vor Beschämung fasst. Das gilt nicht nur für die Opfer von Säureattacken, deren Vergehen allein darin bestand, sich den Erwartungen Dritter zu widersetzen. Es gilt auch für Menschen, die tatsächlich straffällig geworden sind und deren Vergehen, wie in den USA oder China, mittels öffentlicher Beschämung geahndet werden. Über die Angemessenheit solcher shame sanctions wird in den USA immer wieder kontrovers diskutiert.[5] In Europa sind Schandstrafen aus der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte wohlvertraut. Die Rechtssysteme vieler Länder kannten die Strafe des An-den-Pranger-Stellens. Personen, die grobe Verstöße gegen Recht und Ordnung begangen hatten, verharrten stunden- oder tagelang in einer demütigenden Haltung, vorzugsweise an stark frequentierten Orten, den neugierigen Blicken und spöttischen Kommentaren der Passanten schutzlos ausgeliefert. Erst im 19. Jahrhundert nahm das moderne Strafrecht Abstand: Ebenso wie Hinrichtungen aus der Öffentlichkeit verschwanden, verlor auch der Pranger seine Funktion. Dass man verurteilte Delinquenten den Blicken Dritter entzog, wurde unter anderem mit dem Verweis auf die menschliche Würde begründet: Sie dürfe auch einem Straftäter nicht abgesprochen werden und sei hinter Gefängnismauern vorgeblich besser geschützt als auf dem öffentlichen Richtplatz. (Dass gerade Gefängnisse bis heute ein Hort individueller und kollektiver Demütigungen sind, ist davon unbenommen.)
     
  2. Wer die Menschenwürde als Argument bemühte, markierte damit zugleich, dass er Beschämung mit Entwürdigung und Erniedrigung gleichsetzte. Vor dem Hintergrund des modernen Individualitätsdenkens, das den einzelnen Menschen gegen ständische Zuschreibungen und soziale Zumutungen verteidigte, geriet Beschämung in Verruf. Sie galt als Angriff auf die Autonomie der Person, indem sie deren Nonkonformität zum Problem erhob, öffentlich zur Schau stellte und allgemeiner Verachtung preisgab. Besonders verpönt war jenes An-den-Pranger-Stellen, wenn es aus einer Position der Stärke heraus geschah. Was den schwächeren Mitgliedern einer Gesellschaft unter Umständen zugestanden wurde – man denke an die klassischen Charivaris oder Katzenmusiken gegen unpopuläre Honoratioren –, fiel als Herrschaftsstrategie der Mächtigen in Acht und Bann.
     
  3. Das heißt jedoch mitnichten, dass es völlig von der Bildfläche verschwand. Im nationalsozialistischen Deutschland wurden jüdisch-nichtjüdische Liebespaare durch städtische Straßen getrieben, mit Schildern um den Hals, die sie verhöhnten und als "Rasseschänder" brandmarkten.[6] In Österreich mussten 1938 jüdische Bürger mit bloßen Händen oder Zahnbürsten antinazistische Parolen von Straßen und Gehsteigen schrubben. Nach dem Krieg entlud sich der "Volkszorn" in Frankreich, Italien, Polen und vielen anderen Ländern an jenen einheimischen Frauen, die Liebesbeziehungen mit deutschen Besatzungssoldaten unterhalten hatten: Ihnen wurde öffentlich der Kopf geschoren.[7] In solchen Beschämungspraktiken spielten nicht der Staat bzw. seine Organe die führende Rolle, sondern gesellschaftliche Gruppen, die der "öffentlichen Moral" Nachdruck verliehen und jene, die ihr vorgeblich zuwider gehandelt hatten, coram publico erniedrigten. Der Staat, als Inhaber des physischen Gewaltmonopols, schaute entweder weg oder leistete dem Bürgerhandeln Vorschub. 
     
  4. Soziale und institutionelle Beschämungspotentiale zogen im Zeichen der durchgreifenden Demokratisierung und Liberalisierung, die westeuropäische Gesellschaften in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchliefen, zunehmend Kritik auf sich. Das zeigte sich vor allem im Erziehungswesen. In der Schule galten sowohl Körper- als auch  Ehrenstrafen, die bereits im 19. Jahrhundert hochumstritten waren, als immer weniger durchsetzbar. Dazu gehörte das Sitzen auf der Eselsbank ebenso wie das Mit-dem-Rücken-zur-Klasse-in-der-Ecke-Stehen, das mir noch aus meiner Schulzeit in den frühen 1960er Jahren in unangenehmer Erinnerung ist. In nicht-demokratischen Ländern erfreuen sich solche Ausgrenzungen, wie jüngst in einem BBC-Dokumentarfilm über China mitzuerleben war, nach wie vor großer Beliebtheit: Ein Kind, das mit seinem Radiergummi allzu nachlässig umging, wurde von der Lehrerin vor der ganzen Klasse zur Rede gestellt. Es musste einen Schultag lang einen durchlöcherten Pullover tragen, der es für alle sichtbar als Missetäter auswies. Als es das Schamgewand schließlich ablegen durfte, galt es als geläutert und wurde wieder in die Klassengemeinschaft aufgenommen.[8]
     
  5. Dass solche Strategien öffentlicher Beschämung zum Zweck sozialer Reintegration in liberal-demokratischen Gesellschaften nicht mehr konsensfähig sind (und hier mittlerweile selbst schulische Sportwettkämpfe als "nicht mehr zeitgemäßes" Demütigungsritual für schwächere Schüler abgeurteilt werden[9]), zeigt, wie die Empfindlichkeit für das, was als Angriff auf die Menschenwürde wahrgenommen wird, in den letzten Jahren und Jahrzehnten gestiegen ist. Geht dieser Angriff von machtvollen Institutionen (Schule, Sozialamt, Strafvollzug, Arbeitgeber etc.) aus, zieht er sofort öffentlichen Widerspruch und Protest nach sich. Schwieriger gestaltet sich der Umgang mit sozialen Beschämungen, die "aus der Mitte der Gesellschaft" kommen. Vor allem Jugendliche sehen sich einem Konformitätsdruck ausgesetzt, der im Zeichen des Internet und der sozialen Medien geradezu monströse Ausmaße annimmt. Je wichtiger die peer group als Sozialisationsinstanz geworden ist, desto mehr Macht übt sie über Teenager aus. Wer wissentlich oder unwissentlich aus der Reihe tanzt und die ungeschriebenen Regeln der Gruppe verletzt, muss mit einem shitstorm rechnen, der weite Kreise zieht und die beschämte Person in einer Weise erniedrigt und demontiert, dass wenig von ihr übrig bleibt. Shitstorm erinnert dabei unmittelbar an das, was Menschen des 17. oder 18. Jahrhunderts widerfuhr, wenn sie am Pranger standen: Sie wurden vom Publikum bespuckt und mit Exkrementen beworfen. Heute hat sich der Kot versprachlicht und visualisiert, ohne dadurch an Ekelqualität verloren zu haben.
     
  6. Neuer und alter shitstorm haben noch etwas anderes miteinander gemein: Sie heften sich an den Körper und bleiben an ihm haften, im direkten und übertragenen Sinn. Vor allem der weibliche Körper steht seit dem 19. Jahrhundert im Mittelpunkt von Beschämungspraktiken aller Art. In einer Zeit, die Sexualität ebenso unterdrückte wie obsessiv zum Thema machte, wurden junge Mädchen dazu erzogen, sich für und durch ihren Körper zu schämen, ihn zu verhüllen und vor männlichen Blicken zu verbergen. "Schamhaftigkeit" war für Frauen eine conditio sine qua non; als schamlos galten jene, die ihren Körper verkauften oder verschenkten. Die patriarchale Logik dieser Lehre wurde bereits von der ersten Frauenbewegung desavouiert, aber es bedurfte des Feminismus der 1970er Jahre, um sie, zumindest zeitweilig, vom Thron zu stoßen. Einiges deutet darauf hin, dass sie, in anderem Gewand zwar, auf diesen Thron zurückkehrt. Wer daran zweifelt, möge sich TV-Shows wie "Germany’s Next Top Model" anschauen, eine Lieblingssendung junger Mädchen und Dauer-Orgie körperbezogener Demütigungen.

 

Körperbezogen sind auch die Säureattacken, die indische Frauen wie Laxmi zu gewärtigen haben, wenn sie sich männlichen Erwartungen nicht fügen. Mittels öffentlicher Beschämung und Versehrung wird die "schamlose", auf ihrem Eigensinn bestehende Frau für ihren angeblichen Normverstoß bestraft und gedemütigt. Die Protestaktion der jungen Aktivisten weist diese Handlungslogik ihrerseits als schamlos zurück und stellt ihr ein anderes Verständnis individueller Würde und weiblicher Rechte gegenüber. Für dieses Verständnis, das im Einklang mit indischen Verfassungsgrundsätzen steht, fordert sie breite gesellschaftliche Akzeptanz und ein ebenso eindeutiges wie tatkräftiges Votum. Dabei geht es offensichtlich nicht darum, den Spieß umzudrehen und die Täter öffentlich zu beschämen. Eine solche an Formen der Lynchjustiz gemahnende Stigmatisierung widerspräche den liberalen Wertvorstellungen der Protestierenden. Sie appellieren stattdessen an das "edle" Schamgefühl der Gesellschaft in Gestalt vieler Einzelner, die sich durch solche Angriffe in ihrer Ehre als Bürger verletzt sehen sollten. Das aber setzt voraus, dass die indische Gesellschaft das von den Aktivisten vertretene Verständnis von Frauenrechten teilt und deren Missachtung verurteilt. Für die jungen Demonstranten in Delhis Khan Market wäre dies ein Zeichen von Zivilisiertheit, ganz im Elias'schen Sinn, der den "Prozeß der Zivilisation" mit steigender Selbstkontrolle und internalisierter Scham angesichts von Regelverletzungen identifiziert.     

 

Weiterführende Literatur

  • Christoph Demmerling and Hilge Landweer, Philosophie der Gefühle: Von Achtung bis Zorn (Stuttgart: Metzler, 2007).
  • Ute Frevert, Vergängliche Gefühle (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2013).
  • Ute Frevert, "Piggy’s Shame," in Learning How to Feel: Children’s Literature and Emotional Socializatio,  1870-19170, Ute Frevert et al. (Oxford: Oxford University Press, 2014),134–54.
  • Thomas J. Scheff and Suzanne M. Retzinger, Emotions and Violence: Shame and Rage in Destructive Conflicts (Lexington: Lexington Books, 1991).
  • Léon Wurmser, The Mask of Shame (Baltimore: Johns Hopkins University Press, 1981).

                 

[1] Anlässe für die 2014 dokumentierten Säureattacken gegen Frauen waren vor allem Vermögens- und Mitgiftstreitigkeiten, aber auch die Zurückweisung von Heiratsanträgen: http://www.acidsurvivors.org/Statistics/2 (Zugriff am 8.8.2015). Vgl. Mridula Bandyopadhyay and Mahmuda Rahman Khan, "Loss of Face: Violence Against Women in South Asia,"in Violence Against Women in Asian Societies: Gender Inequality and Technologies of Violence, Lenore Manderson and Linda Rae Bennett (eds) (London: Routledge Curzon, 2003), 61-73.

[4] Norbert Elias, Über den Prozeß der Zivilisation, 2 Bde. (Frankfurt: Suhrkamp, 1976).

[5] Vgl. Martha C. Nussbaum, Hiding from Humanity: Disgust, Shame, and the Law (Princeton: Princeton University Press, 2004). Als Gegenposition Amitai Etzioni, "Back to the Pillory?" The American Scholar 68, no. 3 (1999): 43-50.

[6] Vgl. Alexandra Przyrembel, "Rassenschande": Reinheitsmythos und Vernichtungslegitimation im Nationalsozialismus (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2003). 

[7] Fabrice Virgili, Shorn Women: Gender and Punishment in Liberation France (Oxford: Berg, 2002). Über ähnliche Strafpraktiken während der chinesischen Kulturrevolution berichtete Ian Johnson in "China's Brave New Underground Journal," New York Review of Books, 18 December 2014.

[8] Zu solchen Strategien des "reintegrative shaming" im Unterschied zur Beschämung als Stigmatisierung der Person s. John Braithwaite, Crime, Shame and Reintegration (Cambridge: Cambridge University Press, 1989).

Zitierweise

Ute Frevert. "Scham und Beschämung", in Geschichte der Gefühle - Einblicke in die Forschung, Oktober 2015, DOI: 10.14280/08241.46